Italienische Mode
Mit einer Modenschau im Februar 1951 startete die Geschichte der italienischen Mode. Veranstalter war der damalige Graf Giorgini in Florenz. Nach André Suarès ist die Mode „die beste aller Farcen, bei der niemand lacht, weil alle daran teilnehmen“. Denn Kleider machen ja bekanntlich Leute und sind nicht nur als Ausdruck der Persönlichkeit sondern auch des Lebens-Stils zu sehen. Kleidung ist eine Sprache des Wunsches. Mit dieser Modenschau belebte Giorgini den Mythos des Adels neu. Er wählte nicht nur einen geschichtsträchtigen und bedeutenden Ort, sondern setzte auch die Kollektion mit dem richtigen Ambiente passend in Szene. Die damaligen Models, die auch aus Adeligen bestand, bekamen besondere Beachtung geschenkt. Sie erinnerten inmitten berühmter Skulpturen an Prinzessinnen, an Adelige, die schon alleine durch Ihre traditionsreiche und kulturelle Erziehung wussten wie ein Kleid dem Stil angemessen anmutig zu präsentieren ist. Sie belebten das Schönheitsideal neu.
Die Hochzeit von Linda Christian und Tyron Power im Jahre 1949 ist beispielhaft für das neue Image der Mode. Eine Märchenhochzeit, wie sie im Buche steht. Das Brautkleid selbst wurde in Rom ausgewählt und war wie ein Talisman für die Braut. Es war das verändernde magische Element, dem natürlich mit der Braut selbst am meisten Beachtung geschenkt wird. Die Kleider aus Italien tragen dazu bei, dass ein neuer Mythos über Italien ensteht: Es ist nun das Land der Schönheit, der Kunst und der Liebe.
In den 60er Jahren jedoch tritt ein Wandel ein. Der soziale Status und die Rollen werden neu verteilt. Proteste und industrieller Aufschwung verändern das Land. Kleider dienen nicht mehr nur der Präsentation von Schönheit sondern vielmehr dem Profit. Die Modelle der Serienkonfektion wurden entwickelt und schon konnten die Frauen sich weltweit in elegante italienische Kleider hülle, die sie zu erschwinglichen Preisen erwarben. Die italienische Mode macht sich einen Namen mit „Made in Italy“. Durch die triumphierende Prêt-à-Porter Mode der siebziger und achziger Jahre wird Mailand zum Mittelpunkt der Modewelt. Mittlerweile haben sich auch Florenz, Venedig oder Rom einen Namen gemacht. Bis heute ist Italien die Hauptstadt der Mode.
Die Geschichte der Italienischen Mode ist wie ein Märchen und noch nicht zu Ende.
